Samstag, 7. November 2015

BLACKFOREST.X - Mit dem Mountainbike in 3 Tagen über den Westweg von Pforzheim nach Basel // Tag 3

zurück zur 2. Tagesetappe




Montag morgen, 07:30 Uhr, 28. September 2015. Ich ziehe schnell meine Bike-Klamotten an - nach zwei Tagen Fahrtdauer nicht unbedingt ein olfaktorisches Vergnügen, aber mit der Windstopper-Jacke drüber geht`s, so kann ich mich zumindest in den Frühstücksraum von meinem Gästehaus "Wald & See" trauen. Das Frühstück ist gut und auch hier wieder mache ich die Beobachtung, dass vier Japaner beim Frühstück durchaus problemlos sechs verschiedene Mobilgeräte bedienen können.





Los geht`s. Nachdem mir der Herbergsvater mein Bike aus der Garage befreit und mir alles Gute für den Tag gewünscht hat, geht es los. Die Passage am See ist grandios zu dieser Uhrzeit, ein schöner ruhiger Morgen mit frischen 5°C am Titisee.

Nach kurzer Fahrt am Rand des Sees wird der Schotterweg etwas schmaler und es geht das erste Mal bergauf. Bald schon nähere ich mich dem Ort Bärental und zweige auf deutlich interessantere Pisten hinauf in Richtung Feldberg ab. 





Nach einiger Kurbelei mit teils tollen Blicken hinauf zum höchsten Berg des Schwarzwaldes treffe ich dann auf den schönen Aussichtspunkt "Zweiseenblick" - von hier aus kann man sowohl den Titisee als auch den Schluchsee sehen, letzter ist am heutigen Morgen nur als spiegelnde Fläche zu erkennen. 





Nach kurzer aber schneller Abfahrt und einem leichten Aufstieg komme ich am Caritashaus in Feldberg-Ort wieder auf die B317, von der ich aber gleich wieder abzweige und dem Westweg in Richtung Feldberg-Grafenmatt folge. Im Winter allen Skifahrern bestens bekannt, wenn man vom Seebuck auf die Grafenmatt-Seite wechselt. Hier nutze ich den Kiosk und decke mich mit jeder Menge Schokoriegeln und motivierenden Getränken ein, um den heutigen Tag zu überstehen und gebührend zu feiern, so es etwas zu feiern geben sollte.




Dann geht es hoch! teilweise steilst schlängelt sich der Weg hinauf zum Ende der Grafenmatt-Lifte, dann kommt nach einer kurzen Hochebene der endgültige Aufstieg zum Herzogenhorn. Den Abstecher zum Gipfel nehme ich mit, klar wenn wir schon mal hier sind. Ein grandioser Blick hinüber zum Feldberg und ringsherum, sind immerhin auch 1.415 m Höhe hier oben.





Der Wind pfeift ziemlich eisig und so sitze ich schnell wieder im Sattel und hämmere hinunter - über traumhaftes Wiesen- und Almengelände verläuft der Westweg hinunter bis man nach ziemlich langer Fahrt irgendwann die L149 kreuzt, die nach Bernau führt. 




Dann geht es erstmal wieder hinauf, und das bitterböse und lange, ziemlich lange. Mir kommen erste Zweifel, ob ich das heute schaffen kann, vertrödele ich doch gerade kostbare Zeit einen verdammt steilen Anstieg hinaufzukurbeln und es nimmt kein Ende. Am Schluss wird der gut fahrbare Schotterweg zum Trail und ich fahre auf schmaler Pfadspur hinauf zum Gipfel des Blößlings (1.309 m ü. NN). Ein schöner Berg, der einige Körner fordert und dann aber mit einer schönen Abfahrt auf der anderen Seite in Richtung Schweigmatt wieder motiviert.





Weißenbachsattel nahe Todtnau. Eine weitere Etappe ist geschafft und es ist traumhaft. Die Sonne begleitet meinen Weg und über sehr gut fahrbares Wiesengelände bahne ich mir meinen Weg, immer der roten Raute des Westweges folgend.

















Die Fahrt geht weiter und die Landschaft wird etwas flacher, der Schwarzwald verläuft 
nun etwas sanfter und welliger, die großen Berge sind überwunden. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass ich es bis Basel schaffen werde - es gäbe mittlerweile auch gar keine andere Alternative mehr...












Hinter Hasel mache ich in wunderbarer Mittagssonne meine Mittagspause, mittlerweile ist es knapp 13:00 Uhr und ich schon wieder 5:15 h unterwegs und habe 57 km zurückgelegt. Basel werde ich ca. bei km 90 erreichen, so die Hochrechnung, also noch 33 km, die jetzt als locker erreichbar scheinen. Nach dem grundsätzlichen Höhenprofil sollte es ja auch quasi nur noch runtergehen. Soweit die Theorie.





Um 14:53 Uhr besteige ich den Aussichtsturm Hohe Flum in der Nähe von Rheinfelden. Dann stelle ich mich gedanklich auf einige lockere Kilometer bis Basel ein. Denkste...













In Degerfelden dann die Überraschung nach der Ortsdurchfahrt. Der Westweg zieht hier nochmal mächtig hoch zu einem Aussichtsturm. Hoch oder drumherum fahren?? ich entscheide mich trotz einigem Hin- und Her für erstere Variante und fahre zunächst steil bergan. Später schiebe und trage ich abwechselnd mein Bike den Berg hinauf - und es geht mächtig hinauf. Ich leide, doch kurze Zeit später am Aussichtsturm ist alles wieder vergessen und jetzt beginnt der Endspurt gen Basel.

Es folgen noch einige interessante Trails und schließlich komme ich über Grenzach-Wyhlen in die Rheinebene und folge dann auf Asphaltrails der roten Raute bis zum Badischen Bahnhof in Basel. GESCHAFFT!! um 16:46 Uhr bin ich da und die Freude ist riesig.




Jetzt noch schnell eine Zugfahrkarte für die Heimfahrt gesichert und um 17:20 Uhr sitze ich bereits im IR nach Offenburg, nach Aufenthalt mit Döner-Abendessen geht es weiter mit dem Zug nach Karlsruhe.




Nach einem letzten Umstieg steige ich um 21:50 Uhr glücklich und ziemlich fertig aus dem Zug am Pforzheimer Hauptbahnhof. Eine zehnminütige Heimfahrt durch die Start bildet den Abschluss eines grandiosen Bike-Abenteuers direkt vor meiner Haustür! 


Fakten des 3. Tages:

  • Start: 8:23 Uhr 
  • Fahrzeit inkl. Pausen: 8:26 h
  • Fahrstrecke: 97,09 km
  • Anstiegshöhenmeter: 2.426 hm
  • Abfahrtshöhenmeter: 3.032 hm
  • Durchschnittstempo: 11,5 km/h
  • Max.-Tempo: 72,0 km/h
  • Durchschnitts-Puls: 130 bpm
  • Max-Puls: 162 bpm
  • Kalorienverbrauch: 3.019 kcal
Höhenprofil vom 3. Tag:













Offizielle Routenführung - West- und Ostroute (von mir gefahren)

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